Kompositor statt Architekt und Softwareentwickler
13. März 2026
Ich habe als Freelancer in den letzten Monaten die Erfahrung machen müssen, dass der Softwareentwickler eine aussterbende Gattung ist und man sich von der Illusion befreien muss, weiterhin als Softwareentwickler tätig zu bleiben.
Als Architekt und Softwareentwickler bin ich zu einem Softwarekompositor geworden. Ich schreibe keinen Code mehr, das ist im Grunde zu einer Zeitverschwendung geworden. Ich komponiere und erschaffe neue Software, indem ich tief in die konzeptionelle Ebene einsteige, dort bleibe und mir die Modelle von allen Seiten in Ruhe betrachte. Der letzte Schritt, die Implementierung, überlasse ich den intelligenten Werkzeugen.
Die Erfahrung als Architekt und Softwareentwickler befähigt mich, Konzepte und Ideen zu entwickeln, welche in konkrete Anweisungen für intelligente Werkzeuge umgesetzt werden können, und das ist die neue Dimension, die sich perspektivisch vor uns öffnet.
Historisch gesehen war es schon immer eine schlechte Idee, sich der Entwicklung zu verweigern. Selbst wenn es manchmal schwierig erscheint, das im Ganzen zu erfassen und zu verstehen, muss man in dem Geschehen eine neue Perspektive entdecken.
Der Status quo ist nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Die intellektuelle Entourage des Softwareentwicklers, das Verstehen vor dem Tun, hat also nicht an Gültigkeit verloren.
